Was kostet die Anschaffung im Vergleich?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgewertet, Stand Juni 2025. Der Mittelwert lag bei 36.279 Euro brutto, der Median bei 34.979 Euro. Das günstigste Angebot kostete 20.228 Euro, das teuerste 63.061 Euro. In 140 der 160 Angebote war die Warmwasserbereitung enthalten. Für Luft-Luft-Wärmepumpen nennt das Portal Energie-Fachberater rund 12.000 Euro im Durchschnitt für ein Einfamilienhaus. Das ist ein Richtwert aus einem Fachartikel und keine Auswertung echter Angebote. Die Kosten hängen stark von der Zahl der Räume ab, denn jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät. Richtwerte für Multisplit-Anlagen finden Sie im Ratgeber Split oder Monoblock. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe kommen oft Arbeiten an Heizkörpern und Speicher hinzu.
Was kostet eine Kilowattstunde Wärme?
Der Haushaltsstrompreis lag 2026 laut BDEW im Schnitt bei 37,0 Cent je kWh. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit einem SCOP von 4,6 erzeugt damit 1 kWh Wärme für rechnerisch rund 8,04 Cent. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in Bestandsgebäuden nach Feldmessungen des Fraunhofer ISE im Durchschnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, wie ingenieur.de berichtet. Das ergibt rund 10,88 Cent je kWh Wärme. Die Werte sind nicht direkt vergleichbar. Der SCOP ist ein Normwert aus dem Labor, die Jahresarbeitszahl wird im echten Betrieb gemessen. Wärmepumpentarife sind in der BDEW-Zahl nicht enthalten. Mit einem solchen Tarif oder einem Rabatt nach § 14a EnWG sinken die Kosten. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis nach.
Welche Förderung gibt es für beide Systeme?
Beide laufen über die KfW-Heizungsförderung 458 mit 30 Prozent Grundförderung und höchstens 70 Prozent, bei geringem Einkommen 80 Prozent. Förderfähig sind bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für 36.279 Euro bringt die Grundförderung damit höchstens 8.400 Euro. Die Luft-Luft-Wärmepumpe wird nur gefördert, wenn sie überwiegend heizt und die von ihr versorgten Räume zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizt werden. Außerdem gelten Mindesteffizienz und BAFA-Liste. Bei 12.000 Euro Kosten wären das bei 30 Prozent 3.600 Euro. Ein reines Kühlgerät wird nicht gefördert. Für beide gilt: Den Antrag stellen Sie vor Vorhabenbeginn. Alle Bedingungen und Boni stehen im Ratgeber Heizen und Förderung.
Wo liegen die Einsatzgrenzen der beiden Systeme?
Die Luft-Luft-Wärmepumpe heizt über warme Luft im Raum. Die Hersteller geben Einsatzgrenzen beim Heizen an, bei Haier Pearl, Panasonic TZ35 und Daikin Sensira bis minus 15 °C Außentemperatur. Energie-Fachberater weist darauf hin, dass die Geräte so gut wie keine Strahlungswärme abgeben. Komforteinbußen sind deshalb möglich. Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät, Bad und Flur bleiben sonst kühl. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt dagegen Heizkörper oder Fußbodenheizung und damit das ganze Haus. Kühlen kann sie laut Verbraucherzentrale NRW nur begrenzt, sie ist nicht mit einer Klimaanlage vergleichbar. Wer im Sommer kühlen und im Winter das ganze Haus heizen will, kombiniert deshalb oft beides. Welche Lösung passt, hängt von Dämmung, Heizflächen und Nutzung ab.
haierhvac.eu aircon.panasonic.eu daikin.at energie-fachberater.de
Was ist mit Warmwasser?
Hier liegt der größte Unterschied. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann kein Warmwasser bereiten. Das schreibt Energie-Fachberater und nennt als separate Lösung eine Warmwasser-Wärmepumpe oder elektrische Durchlauferhitzer. Diese Kosten kommen zur Klimaanlage hinzu. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das Warmwasser meist eingeplant. In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz enthielten 140 von 160 Angeboten die Warmwasserbereitung. Wo sie einzeln ausgewiesen war, kostete sie im Mittel 2.589 Euro, der Median lag bei 2.365 Euro. Wer seine Gasheizung ganz ersetzen will, braucht also in beiden Fällen eine Lösung für Warmwasser. Bei der Luft-Luft-Variante muss sie getrennt geplant und bezahlt werden. Rechnen Sie diese Kosten in den Vergleich ein.


