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Ratgeber Klimaanlage

Klimaanlage (Luft-Luft) oder Luft-Wasser-Wärmepumpe: was ist günstiger?

Kurz gesagt

In der Anschaffung ist die Luft-Luft-Wärmepumpe deutlich günstiger. Ein Fachportal nennt rund 12.000 Euro für ein Einfamilienhaus, die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 36.279 Euro. Je kWh Wärme liegen beide bei 37,0 Cent Strompreis rechnerisch bei etwa 8 bis 11 Cent. Luft-Luft bereitet aber kein Warmwasser und wird nur unter strengen Bedingungen gefördert.

Stand 19.10.2026. Alle Zahlen mit Quelle.

Außengerät einer Split-Klimaanlage und Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe an einem Einfamilienhaus
36.279 Euro
Mittelwert von 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Rheinland-Pfalz (Stand Juni 2025)
12.000 Euro
Durchschnittliche Kosten einer Luft-Luft-Wärmepumpe im Einfamilienhaus laut Fachportal
3,4
Durchschnittliche Jahresarbeitszahl von Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand (Fraunhofer ISE)
10,88 ct
Rechnerische Kosten je kWh Wärme bei Jahresarbeitszahl 3,4 und 37,0 ct/kWh Strom

Was kostet die Anschaffung im Vergleich?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgewertet, Stand Juni 2025. Der Mittelwert lag bei 36.279 Euro brutto, der Median bei 34.979 Euro. Das günstigste Angebot kostete 20.228 Euro, das teuerste 63.061 Euro. In 140 der 160 Angebote war die Warmwasserbereitung enthalten. Für Luft-Luft-Wärmepumpen nennt das Portal Energie-Fachberater rund 12.000 Euro im Durchschnitt für ein Einfamilienhaus. Das ist ein Richtwert aus einem Fachartikel und keine Auswertung echter Angebote. Die Kosten hängen stark von der Zahl der Räume ab, denn jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät. Richtwerte für Multisplit-Anlagen finden Sie im Ratgeber Split oder Monoblock. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe kommen oft Arbeiten an Heizkörpern und Speicher hinzu.

verbraucherzentrale-rlp.de energie-fachberater.de

Was kostet eine Kilowattstunde Wärme?

Der Haushaltsstrompreis lag 2026 laut BDEW im Schnitt bei 37,0 Cent je kWh. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit einem SCOP von 4,6 erzeugt damit 1 kWh Wärme für rechnerisch rund 8,04 Cent. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in Bestandsgebäuden nach Feldmessungen des Fraunhofer ISE im Durchschnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, wie ingenieur.de berichtet. Das ergibt rund 10,88 Cent je kWh Wärme. Die Werte sind nicht direkt vergleichbar. Der SCOP ist ein Normwert aus dem Labor, die Jahresarbeitszahl wird im echten Betrieb gemessen. Wärmepumpentarife sind in der BDEW-Zahl nicht enthalten. Mit einem solchen Tarif oder einem Rabatt nach § 14a EnWG sinken die Kosten. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis nach.

bdew.de haierhvac.eu ingenieur.de bundesnetzagentur.de

Welche Förderung gibt es für beide Systeme?

Beide laufen über die KfW-Heizungsförderung 458 mit 30 Prozent Grundförderung und höchstens 70 Prozent, bei geringem Einkommen 80 Prozent. Förderfähig sind bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für 36.279 Euro bringt die Grundförderung damit höchstens 8.400 Euro. Die Luft-Luft-Wärmepumpe wird nur gefördert, wenn sie überwiegend heizt und die von ihr versorgten Räume zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizt werden. Außerdem gelten Mindesteffizienz und BAFA-Liste. Bei 12.000 Euro Kosten wären das bei 30 Prozent 3.600 Euro. Ein reines Kühlgerät wird nicht gefördert. Für beide gilt: Den Antrag stellen Sie vor Vorhabenbeginn. Alle Bedingungen und Boni stehen im Ratgeber Heizen und Förderung.

kfw.de cleanthinking.de

Wo liegen die Einsatzgrenzen der beiden Systeme?

Die Luft-Luft-Wärmepumpe heizt über warme Luft im Raum. Die Hersteller geben Einsatzgrenzen beim Heizen an, bei Haier Pearl, Panasonic TZ35 und Daikin Sensira bis minus 15 °C Außentemperatur. Energie-Fachberater weist darauf hin, dass die Geräte so gut wie keine Strahlungswärme abgeben. Komforteinbußen sind deshalb möglich. Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät, Bad und Flur bleiben sonst kühl. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt dagegen Heizkörper oder Fußbodenheizung und damit das ganze Haus. Kühlen kann sie laut Verbraucherzentrale NRW nur begrenzt, sie ist nicht mit einer Klimaanlage vergleichbar. Wer im Sommer kühlen und im Winter das ganze Haus heizen will, kombiniert deshalb oft beides. Welche Lösung passt, hängt von Dämmung, Heizflächen und Nutzung ab.

haierhvac.eu aircon.panasonic.eu daikin.at energie-fachberater.de

Was ist mit Warmwasser?

Hier liegt der größte Unterschied. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann kein Warmwasser bereiten. Das schreibt Energie-Fachberater und nennt als separate Lösung eine Warmwasser-Wärmepumpe oder elektrische Durchlauferhitzer. Diese Kosten kommen zur Klimaanlage hinzu. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das Warmwasser meist eingeplant. In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz enthielten 140 von 160 Angeboten die Warmwasserbereitung. Wo sie einzeln ausgewiesen war, kostete sie im Mittel 2.589 Euro, der Median lag bei 2.365 Euro. Wer seine Gasheizung ganz ersetzen will, braucht also in beiden Fällen eine Lösung für Warmwasser. Bei der Luft-Luft-Variante muss sie getrennt geplant und bezahlt werden. Rechnen Sie diese Kosten in den Vergleich ein.

energie-fachberater.de verbraucherzentrale-rlp.de

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Weitere Fragen

Kurz beantwortet.

Kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch kühlen?

Nur begrenzt. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen im Sommer begrenzt kühlen können, aber nicht mit einer Klimaanlage vergleichbar sind. Die Kühlung läuft über Fußbodenheizung oder spezielle Heizkörper und senkt die Temperatur nur wenig. Wer echte Raumkühlung möchte, braucht zusätzlich ein Split-Gerät oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe.

Quelle: www.verbraucherzentrale.nrw

Was ist der Unterschied zwischen SCOP und Jahresarbeitszahl?

Der SCOP ist ein Normwert, den der Hersteller unter festgelegten Bedingungen ermittelt. Er steht auf dem Energielabel. Die Jahresarbeitszahl wird im echten Betrieb über ein Jahr gemessen. Sie zeigt, wie viel Wärme pro kWh Strom tatsächlich entsteht. Fraunhofer ISE misst für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand im Mittel 3,4. Normwert und Messwert sind deshalb nur grob vergleichbar.

Quelle: www.ingenieur.de

Brauche ich bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe einen eigenen Warmwasserbereiter?

Ja. Luft-Luft-Wärmepumpen können kein Warmwasser bereiten, schreibt Energie-Fachberater. Als Lösung nennt das Portal eine Warmwasser-Wärmepumpe oder elektrische Durchlauferhitzer. Behalten Sie die alte Heizung für Warmwasser, sinkt deren Verbrauch, sie bleibt aber in Betrieb. Für die KfW-Förderung der Luft-Luft-Wärmepumpe müssen die versorgten Räume zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizt werden.

Quelle: www.energie-fachberater.de

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