Was passiert beim Vor-Ort-Termin?
Der Fachbetrieb klärt Standort, Leitungsweg und Leistung. Stiftung Warentest nennt als Faustformel Raumvolumen in Kubikmetern mal 30 gleich Kühlleistung in Watt, rät aber zu einer genauen Berechnung durch den Fachmann. Soll das Gerät gefördert werden, ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 nötig. Das Außengerät sollte ohne pralle Sonne und Hitzestau stehen, die Kältemittelleitung möglichst kurz sein. Bei Propan-Geräten sind in der Regel etwa ein Meter Abstand zu Fenstern und Lichtschächten einzuhalten. Wichtig sind auch Lärm und Abstand zum Nachbarn nach TA Lärm. Klären Sie vor der Beauftragung, ob Sie eine Zustimmung von Vermieter, Eigentümergemeinschaft oder Denkmalbehörde brauchen.
Wie wird die Wand durchbohrt und das Kondensat abgeführt?
Für die Leitungen wird eine Kernbohrung durch die Außenwand gesetzt. Die Installationsanleitung von Mitsubishi Electric für die Serie MSZ-LN nennt einen Durchmesser von 65 mm. Die Bohrung muss außen 5 bis 7 mm tiefer liegen als innen, damit Wasser nach draußen läuft. Der Ablaufschlauch für das Kondenswasser wird mit Gefälle verlegt, ohne Knicke und Schlaufen. Ein Online-Kostenratgeber gibt an, dass die Bohrung in normalem Mauerwerk meist im Montagepreis enthalten ist. Bei Stahlbeton fallen dort 80 bis 200 Euro Aufpreis an. Bei Häusern mit gedämmter Fassade oder unter Denkmalschutz sollte der Betrieb die Durchführung vorab genau planen.
Wie lang dürfen die Kältemittelleitungen sein?
Das hängt vom Gerät ab. Für die Mitsubishi-Electric-Serie MSZ-LN erlaubt die Installationsanleitung je nach Modell 20 oder 30 m Leitungslänge und 12 oder 15 m Höhenunterschied, bei höchstens 10 Bögen. Bis 7 m ist kein zusätzliches Kältemittel nötig, darüber kommen 20 g je Meter hinzu. Bei den Haier-Geräten Pearl mit Propan sind laut Datenblatt höchstens 10 m möglich, ein Nachfüllen ist nicht erlaubt. Ein Online-Kostenratgeber nennt 3 bis 5 m Leitung als üblichen Standard im Angebot und 80 bis 120 Euro für jeden weiteren Meter. Stiftung Warentest rät, die Kältemittelleitung möglichst kurz zu halten. Jeder zusätzliche Meter kostet laut Ratgeber extra.
Warum werden die Leitungen vakuumiert?
Bevor das Kältemittel in die Leitungen strömt, müssen sie leer und dicht sein. Dafür schließt der Monteur eine Vakuumpumpe an. Die Mitsubishi-Anleitung verlangt, bis auf 500 Mikron zu evakuieren. Danach wird das Ventil geschlossen, die Pumpe abgeschaltet und der Wert ein bis zwei Minuten gehalten. Das Manometer soll dann minus 0,101 MPa anzeigen. Anschließend folgt eine Dichtheitsprüfung der Verbindungen. Diese Arbeiten am Kältemittelkreislauf dürfen nur Personen mit Sachkundebescheinigung ausführen, so das Umweltbundesamt. Mitsubishi schreibt ausdrücklich, dass nicht der Nutzer, sondern Händler oder autorisiertes Fachpersonal installieren muss.
Wie läuft die Inbetriebnahme ab?
Daikin beschreibt die Reihenfolge so: Innengerät, Außengerät, elektrische Verkabelung, Anschluss der Rohrleitungen, Testlauf. Mitsubishi Electric sieht in der Anleitung einen Probelauf von 30 Minuten im Heizbetrieb vor. Danach erklärt der Betrieb Bedienung und Grundeinstellungen. Wichtig sind auch die Formalien. Klimaanlagen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung müssen vorab beim Netzbetreiber gemeldet werden. Bei enercity Netz in Hannover übernimmt der Installateur die Anmeldung von Wärmepumpen. In NRW lassen Sie sich bei Wärmepumpen nach § 62 Abs. 1 BauO NRW vom Fachbetrieb bescheinigen, dass die Anlage den Vorschriften entspricht. Lassen Sie sich die Füllmenge und das Kältemittel schriftlich geben. Sie brauchen diese Angaben später für die Frage, ob eine Dichtheitsprüfung Pflicht ist.
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Wie lange dauert der Einbau und wie lange muss ich auf einen Termin warten?
Der Einbau selbst ist kurz. Daikin schreibt, dass sich eine Split-Klimaanlage in der Regel innerhalb eines Tages installieren lässt. Der Anbieter 1KOMMA5° spricht bei einem Einzelgerät von wenigen Stunden. Auch eine Multisplit-Anlage lasse sich an einem Termin erledigen, der Aufwand sei aber höher. Die Wartezeit auf einen Termin hängt von der Saison ab. Ein Online-Kostenratgeber beschreibt, dass Hitzewellen zu Engpässen, längeren Wartezeiten und höheren Preisen führen. Er empfiehlt, den Einbau in die Nebensaison zu legen. Planen Sie zusätzlich Zeit für Zustimmungen ein, etwa den Beschluss der Eigentümerversammlung oder eine denkmalrechtliche Genehmigung.


