Warum wird es im Dachgeschoss so heiß?
Das Dach bekommt im Sommer die meiste Sonne ab. Nach der Verbraucherzentrale NRW heizen sich besonders Räume und Wohnungen im Dachgeschoss schnell auf Temperaturen über 30 °C auf. Bei schlecht gedämmten Dächern dringt die Hitze besonders schnell ein. Dunkle Flächen in der Sonne können laut Verbraucherzentrale bis zu 80 °C heiß werden. Die Wärme speichert sich in Bauteilen und wird abends an den Raum abgegeben. Deshalb ist es unterm Dach oft noch spät am Abend warm. Die Verbraucherzentrale rät, zwischen Abend und frühem Morgen mehrere Stunden zu lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Tagsüber sollten Fenster geschlossen und verschattet bleiben. Ein Klimagerät beseitigt laut Verbraucherzentrale nur die Symptome der Hitze, nicht die Ursache. Es lohnt sich deshalb, beides zu planen.
Welche Kühlleistung brauche ich unter dem Dach?
Das hängt vom Raum ab. Daikin nennt als Faustregel einen Bedarf von etwa 60 bis 100 W je Quadratmeter Raumfläche. Als Richtwerte gibt Daikin an: unter 20 m² 1,5 kW, 20 bis 35 m² 2,5 kW, 35 bis 55 m² 3,5 kW. Entscheidend sind laut Daikin Raumgröße, Deckenhöhe, Fenster, Isolierung und Sonneneinstrahlung. Im Dachgeschoss mit Dachfenstern und wenig Dämmung liegen Sie eher am oberen Ende. Ein Rechenbeispiel: Ein Dachzimmer mit 30 m² braucht bei 100 W je m² rund 3,0 kW. Die Faustformel von Stiftung Warentest nach Raumvolumen finden Sie im Ratgeber zum Stromverbrauch. Ein zu großes Gerät ist kein Vorteil, es taktet häufiger. Lassen Sie die Kühllast deshalb vom Fachbetrieb berechnen, gerade bei Dachschrägen und Gauben.
Single-Split oder Multisplit für mehrere Dachzimmer?
Für einen einzelnen Raum genügt ein Single-Split-Gerät mit einem Außen- und einem Innengerät. Sollen Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bad unter dem Dach gekühlt werden, ist Multisplit eine Option. Daikin beschreibt, dass an ein Multisplit-Außengerät bis zu fünf Innengeräte angeschlossen werden können. Sie brauchen dann nur einen Standort für das Außengerät, etwa an der Fassade, auf dem Dach oder im Garten. Jedes Innengerät braucht eigene Leitungen. Bei einem hohen Haus kann der Höhenunterschied zwischen Dachgeschoss und Außengerät im Garten an Grenzen stoßen, die der Hersteller vorgibt. Mobile Monoblöcke sind unterm Dach meist keine gute Lösung. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sie in schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen Schwierigkeiten haben können. Richtwerte für die Kosten von Multisplit finden Sie im Ratgeber Split oder Monoblock.
Was bringen Verschattung und Dämmung zusätzlich?
Sie senken die Wärme, die das Gerät abführen muss. Die Verbraucherzentrale NRW nennt Sonnenschutz von außen am wirksamsten. Innenliegender Sonnenschutz ist in seiner Wirkung beschränkt, Gardinen schützen nur wenig vor Wärme. Bei Dachfenstern sind deshalb Außenrollos oder Hitzeschutzmarkisen sinnvoll. Für Dämmung und außenliegenden Sonnenschutz gibt es eine Förderung vom BAFA in der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Grundfördersatz für Maßnahmen an der Gebäudehülle beträgt 15 Prozent. Mit individuellem Sanierungsfahrplan kommen 5 Prozent hinzu. Förderfähig sind Dämmung von Dachflächen und Geschossdecken sowie der Ersatz oder erstmalige Einbau außenliegender Sonnenschutzeinrichtungen. Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto. Wer die Dämmung ohnehin plant, kann die Klimaanlage danach oft kleiner wählen.
Wo steht das Außengerät bei einer Dachwohnung?
Möglich sind Fassade, Dach oder Garten. Ein Online-Kostenratgeber nennt diese Aufstellorte und weist darauf hin, dass für eine hohe Wandmontage ein Gerüst nötig sein kann. Das kostet extra. Am Dach oder an der Giebelwand ist der Leitungsweg kurz, die Montage aber aufwendiger. Im Garten ist die Montage einfacher, die Leitung dafür länger. Wichtig ist auch der Lärmschutz zum Nachbarn. Ein Gerät hoch an der Giebelwand kann nah an Nachbarfenstern liegen. Die Grenzwerte und Abstände nach TA Lärm erklärt der Ratgeber zur Lautstärke. Planen Sie das Außengerät außerdem nicht in pralle Sonne oder in eine Ecke mit Hitzestau. Lassen Sie sich im Angebot den Standort, die Leitungslänge und die Befestigung nennen, damit Sie verschiedene Angebote vergleichen können.


